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Mramorak: Ein Dorf in Serbien. 3500 Einwohner, keine
Touristen. 3 Kneipen, 2 Kirchen, 1 Schule. Die Hauptstraße ist asphaltiert. Auf ihr verkehrt alle zwei Stunden ein Bus aus und nach dem 20 km entfernten Pančevo. Dort Umsteigemöglichkeit nach Belgrad. In Mramorak gibt es mehr Häuser als Haushalte. In den bewohnten leben Serben, Rumänen und einige Flüchtlinge aus Kroatien. So ist Mramorak heute. |
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Bereits 1820 trafen hier die ersten Auswanderer aus Hessen ein. Die Gegend gehörte damals zum Königreich Ungarn, ab 1856 Österreich-Ungarn. Die Neuankömmlinge waren von Österreich gezielt angeworben worden, um Österreich-Ungarn gegen die Türken zu verteidigen. Die ersten Siedler fanden leeres, unwirtliches Land vor, das sie in mehreren Generationen fruchtbar machten. Sie bauten Häuser, Höfe, Brunnen, Schule und Kirche. Obwohl sie etwa sechs Generationen lang friedlich mit Serben und Rumänen zusammenlebten, wurden sie nach dem 2. Weltkrieg von Titos Partisanen aus ihrer Heimat vertrieben. Dieses Schicksal teilt auch meine Mutter, 1934 als Elisabeth Dapper in Mramorak geboren. Mramorak gehört demnach zu meinen Wurzeln und daher auch auf meine Internetseite.
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Vertreibungsschicksale gäbe es viele zu erzählen. Am 28. April 1945 wird sie mit ihrer Mutter und den drei jüngeren
Brüdern in Mramorak interniert. Der Vater war bereits 3 Jahre zuvor
gestorben. Dort sterben am 13. Dezember 1946 ihr Bruder Franz im Alter von 8 Jahren und am 6. Februar 1948 ihre Mutter mit 38 Jahren an Hunger und Erschöpfung. Daraufhin werden die 3 übrigen Geschwister in eine Baracke nach
Karlsdorf gebracht, wo sie mit weiteren 500 deutschen Waisenkindern krank,
verlaust und verdreckt leben müssen. Im benachbarten rumänischen
Dorf Alibunar gehen sie betteln. Wieder zurück in der Baranja, wird sie trotz Augen-OP in einer Fabrik zum Schälen von Zwiebeln eingesetzt. In der Nähe hat Tito, der Anführer der Partisanen, die sie vertrieben haben, sein Jagdrevier. Eines Tages lädt er 60 Kinder aus dem Waisenhaus, darunter meine Mutter, zu sich ein. Er fragt sie, wo denn ihre Eltern wären. Die Kinder sagen: „Das müssen Sie doch wissen ...” Darauf Tito: „Dann werde ich mich jetzt um euch kümmern.” 1949 besucht meine Mutter 2 Jahre lang die Landwirt- Doch meine Mutter muss erst ihre Geschwister wiederfinden. Der Aufenthaltsort ihres Brudes Peter ist ihr bekannt, ihren Bruder Adam findet sie mit Hilfe des Roten Kreuzes in Belgrad. Adam erkennt seine Schwester zunächst nicht wieder. So dauert es einige Zeit, bis er wieder Vertrauen fasst. Im März 1953 fahren sie schließlich vom Hauptbahnhof Belgrad nach Deutschland. In einem Waisenhaus in Eglofstal trifft sie am 15. Oktober 1953 den jungen Theologiestudenten Franz-Gerhard von Aichberger. Seit einigen Jahren sind wieder heimatvertriebene Deutsche zu Besuch
in Mramorak. Sie werden von den heute dort lebenden Serben mit offenen
Armen und Herzen empfangen. Viele Freundschaften sind entstanden. |
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Für Interessierte habe ich meine fotografischen
Eindrücke in Fotostrecken aufgeteilt:
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