Die Bahn - Die Bescheisser
   
Die Bahn - ICE  
     
Die Bahn - Eigentlich ...
 
ist die Bahn ein vernünftiges Verkehrsmittel:
 
         
 

Umweltfreundlich, sicher, bequem, flexibel.

Bequem? Auf Strecken über 400 km sei Bahnfahren „eine Tortur”, meint Hartmut Mehdorn. Er sagt das, obwohl er bei der Bahn seine Brötchen verdient.

Mit seinem Gehalt von 750.000 € im Jahr ist Mehdorn wahrscheinlich der bestbezahlte Angestelle der Bahn-AG. Und: Er ist der Boss und hat damit das Sagen ... aber warum sagt er SOWAS?

Nun, ganz einfach. Die Bahn macht Verlust.
493 Millionen Euro allein im letzten Jahr. Bei knapp
2 Milliarden beförderten Personen bedeutet das: Jedesmal, wenn jemand in den Zug steigt, hat die Bahn direkt ca. 0,25 Euro Miese gemacht.

Wenn aber Verluste dadurch entstehen, dass Leute Bahn fahren, dann muss man es ihnen halt abgewöhnen!

Die Bahn - LED-Anzeige an ICE: Nicht einsteigen
Die neuen ICEs sind denn auch mit signalroten LED-Anzeigen ausgestattet, die den Fahrgästen das Einsteigen verbieten.

Die Bahn - LED-Anzeige an ICE: Nicht einsteigen

Es geht aber auch subtiler. Hier einige DB-Tricks:

- Gleise abbauen
- Zugrestaurants abschaffen
- Kunden warten lassen


Trotzdem gibt es immer noch Menschen, die die Bahn ernst nehmen. Doch auch dagegen hat Mehdorn eine Strategie. Nennen wir sie mal „Verwirrung und Verarschung”. Offiziell heißt die Strategie „Preise mit System”.

Das System ist so kompliziert, dass die eigenen Leute es nicht kapieren. Legendär ist bereits das Fettnäpfchen, in das die Bahn bei der Einführung ihres neuen Preissystems getreten ist: Die Werbekampagne für die angebliche Einfachheit des Systems enthielt einen peinlichen Fehler: Die Beispielrechnung in der Anzeige war falsch.

Die Verwirrung ist so groß, dass eine Beratung am Fahrkartenschalter zum Lotteriespiel verkommt. Das Qualitätsforschungsinstitut Quotas ermittelte im Auftrag des VCD und des Stern: In 30,7 % aller Fälle werden die Kunden falsch beraten.

 

 
    Soviel zur „Verwirrung”, nun zur „Verarschung”:

Seit einigen Wochen hängen in Köln Plakate mit einer fetten weißen „35” auf rotem Grund. Dies ist keine Kampagne der IG-Metall für die 35-Stunden-Woche. Nein, dahinter steckt die Bahn, die uns mitteilen will, dass etwas 35 Euro kostet.

  Die Bahn - Die Bescheisser - Großfläche 35 Euro Köln-Frankfurt/Main
  Die Bahn - Die Bescheisser - Großfläche 35 Euro Köln-Frankfurt/Main   Die Bahn - Die Bescheisser - Großfläche 35 Euro Köln-Frankfurt/Main
   
Bei näherem Hinsehen, erkennt man auch, was 35 Euro kosten soll: Eine Bahnfahrt von Köln nach Frankfurt am Main und zurück.
   
 

Der echte Kölner fragt sich zwar, was er in Frankfurt am Main soll, ... aber der Preis scheint heiß zu sein, denn die Ziffern auf dem Plakat sind 1 Meter hoch und damit für den mit einem durchschnittlichen Sehvermögen ausgestatteten Kölner noch aus einer Entfernung von 862 m lesbar!

Doch Zweifel sind angebracht.

Wer schon mal die BILD-Zeitung gelesen hat, weiß:
Je größer die Schlagzeile, desto unseriöser ihr Inhalt!

Wer bei dem Angebot der Bahn nach einem Haken sucht, findet ihn schnell im Kleingedruckten. Die 35 Euro sind nämlich an einige Bedingungen geknüpft, für die sich die Bahnleute offensichtlich schämen, denn sie trauen sich nicht, ihre Bedingungen groß und deutlich dazuzudrucken. Tatsächlich sind die Buchstaben gerade mal 25 mm hoch und noch dazu in Schwarz auf Rot gedruckt, was die Lesbarkeit weiter verschlechtert.

Hier das Kleingedruckte groß gedruckt:

„Preis aufgerundet pro Person im ICE (2. Klasse) mit Plan & Spar 40, 1 Mitfahrer, beide mit BahnCard. Genaue Bedingungen überall, wo es Fahrkarten gibt, telefonisch über 11 8 61 (geb. pfl.) und unter www.bahn.de.”

Für alle, die die neuen Preise mit System noch nicht verinnerlicht haben: Also, Sie können nur dann für 35 Euro von Köln nach Frankfurt fahren, wenn

  • Sie eine Bahncard haben (die kostet auch Geld!),
  • Sie eine weitere Person mitnehmen,
  • diese weitere Person auch eine Bahncard hat,
  • Sie sich mind. 7 Tage im Voraus auf den genauen Zeitpunkt der Hinfahrt und der Rückfahrt festlegen können,
  • Sie Hin- und Rückfahrt gleichzeitig buchen
  • zwischen Hin- und Rückfahrt eine Nacht von Freitag auf Samstag oder eine Nacht von Samstag auf Sonntag liegt,
  • Sie bereit sind, bei Reiserücktritt 15 Euro Stornierungsgebühr zu bezahlen,
  • Sie Glück haben und für Ihre gewählte Verbindung überhaupt noch Billig-Plätze vorhanden sind, denn diese sind „kontingentiert”

Alles klar?

Warum die Bahn nicht ganz auf Kleingedrucktes verzichten kann? Ganz einfach. Weil das Plakat sonst so aussehen würde:

Die Bahn - Die Bescheisser. Großfläche mit wahrem Preis für die Fahrt von Köln nach Frankfurt am Main und zurück: 102 Euro

102 Euro kostet es wirklich, mit der Bahn von Köln nach Frankfurt und zurück zu fahren! Das zum Thema „Verarschung”. Die Bahn ist jetzt unter die Nepper und Bauernfänger gegangen. Da kann man nur sagen: Augen auf beim Fahrscheinkauf! Oder eben:

Dabei ist die Bahn doch so ein vernünftiges Verkehrsmittel! Trotzdem tun sie alles, um Ihre Kunden zu verprellen.

  Die Bahn - Die Bescheisser - Großfläche 35 Euro Köln-Frankfurt/Main
 
Eigentlich schade