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Werbung
nervt. Nicht immer, aber besonders dann, wenn sie verlogen ist. Das kennt man hauptsächlich aus der Tabakwerbung: The more you know lesen wir da und sehen einen zufrieden dreinblickenden rauchenden Menschen. Suggeriert wird: Kluge Leute rauchen. Ehrlicher wäre es gewesen, einen Lungenkrebskranken im Endstadium seiner Krankheit zu zeigen und den Claim zu Ende zu führen: The more you know, the less you smoke. Aber ehrliche Werbung ist ein Oxymoron. Sowas wie warmer Schnee. Jetzt startet also E.on, Deutschlands Atomstrom- erzeuger Nr. 1 zu einem neuen Werbefeldzug. E.on ist in der dummen Lage, nichts Besonderes anbieten zu können. E.on erzeugt und verkauft Strom. Strom aber ist Strom, jedenfalls aus Sicht des Staubsaugers. Strom hat keine Farbe. Er riecht nicht. Er schmeckt nicht. Das tun BigMacs und Whopper zwar auch nicht, dennoch sind die McDonald's und Burger Kings besser dran als E.on: Sie können wenigstens darüber streiten, wessen Weichbrötchen mehr und wessen weniger nicht-schmecken. Strom aber kann höchstens billiger sein oder besonders umweltschonend und ressourcensparend erzeugt werden. Da aber der Strom von E.on weder billig noch umweltfreundlich ist, hat E.on ein Problem. |
| Der
erste Versuch, dieses Problem zu lösen, war eine Kampagne mit Arnold
Schwarzenegger und der Aufforderung Mix it, Baby!. Man dachte
damals, man fände genügend Dumme, die glauben, es wäre von
Vorteil, sich den Mix aus diversen Stromerzeugungsarten selber zusammenzustellen.
Ein bisschen Kohle, eine Prise Atom, ein bisschen Wasser für's Gewissen
... Als ich in SPIEGEL ONLINE las, dass diese Kampagne 22,5 Millionen Euro gekostet, am Ende aber nur 1.100 neue Kunden gebracht hatte, verzog sich mein Mund zu einem breiten Grinsen: 20.450 Euro pro Neukunde, diese Werbekampagne wird sich erst dann bezahlt gemacht haben, wenn jeder dieser 1.100 Neukunden seinen (Atom-)Strom etwa 1.300 Jahre lang bei E.on bezieht. Das passt eigentlich gut, denn der Atommüll, den E.on produziert, hat ähnlich lange Laufzeiten. Grins. Mit Leidenschaft seine Ziele verfolgen, Entschlossenheit zeigen, Grenzen überschreiten. Sind Sie on?" Ok,
jetzt versucht es E.on also mit einem anderen Trick: E.on weiss, was Männer
und Frauen wünschen: |
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| Wer
den Stromkonzern auf die Idee gebracht hat, sich zur ethisch-moralischen Instanz aufzuschwingen, bleibt dahin- gestellt, jedenfalls sucht E.on mit der Frage Sind Sie on? engagierte und leidenschaftliche Menschen. Gefunden haben sie einige engagierte, leidenschaft-liche und - naive Menschen. Nach dem Motto Tue Gutes und rede darüber dürfen sich die Auser- |
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wählten
auf einer eigens einge- richteten Website produzieren. Wir erfahren dort: Einer kümmert sich um AIDS-Kranke, ein anderer um vietnamesische Waisen- kinder, wieder ein anderer kom-poniert Lieder für krebskranke Kinder. Eine andere veröffent- licht in Argentinien deutsche Kochrezepte ... Alles mehr oder weniger ehren- werte Dinge. |
Und dazu heißt es: Was immer sie tun, sie tun es 'mit neuer Energie'. Neue Energie. Neue Energie? Was bitte ist neue Energie aus der Sicht des Stromerzeugers E.on? E.ons
neue Energie ist Energie aus Atomkraftwerken in Deutschland
und in Osteuropa. |
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Yello gegen E.on Auch Yello
liefert dreckigen Strom, Auch Yello
hat zum Thema Strom nichts zu sagen |
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