Mein Senf zur Wahl Mein Senf zur Wahl Mein Senf zur Wahl Mein Senf zur Wahl Mein Senf zur Wahl

Politker müssen ja bekanntlich zu allem ihren Senf dazugeben. Zumindest wenn sie nicht gefragt wurden.
Das meiste davon ist heiße Luft. Gerade im Wahlkampf geht es nicht wirklich um Inhalte.

Allein die Tatsache, dass das Trommeln vor der Wahl nicht "Wahlinformation", sondern "Wahlwerbung" heißt,
sagt schon alles. Für Werbung gilt, was Oliviero Toskani (Benetton-Fotograf) gesagt hat:
"Werbung ist ein lächelndes Aas".

Wiederholungstäter unter den Wählern wissen: Was vor der Wahl gesagt wird, spielt später eh' keine Rolle mehr. Schon Konrad Adenauer hat treffend formuliert: "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?"

Also gleich gar nicht wählen gehen?

Doch! Gründe gibt es genug:

Man kann mitbestimmen, wer die nächsten vier Neujahrsansprachen halten wird.

Man kann sich mal wieder eine Grundschule von innen ansehen.

Man ist gefragt worden - wo kommt sowas heute noch vor?
Wenn man schon selbst nicht mehr wählen gehen will, so kann man seine Stimme im Namen
der eigenen Kinder abgeben: Welche Partei schaut am ehesten über den Tellerrand?
Wer hinterläßt unseren Kindern die geringsten Schulden, den wenigsten Mülll, die meisten Tierarten?

Stellen Sie sich einfach vor, Günter Jauch würde die Wahl moderieren unter dem Titel
"Wer wird Bundeskanzlär?" Die Einstiegsfrage lautet: "Wieviel Stimmen habe ich überhaupt?"
über "Welche Stimme entscheidet über die Zusammensetzung des Bundestages
?"
(Das weiß überhaupt nur jeder 3. Wähler!). Und die meisten Punkte gibt's für die Antwort
auf die Frage: "Wer ist die am wenigsten korrupte Partei?"

Wahlplakat der CDU: "4 Millionen Arbeitslose: Das Armutszeugnis der SPD"

CDU: "4 Millionen Arbeitslose: Das Armutszeugnis der SPD."
Mein Senf zur Werbung der CDUmICHael:

4 Millionen Arbeitslose waren auch das Armutszeugnis von Helmut Kohl.
Und 1998 war gerade keine Rezession.

Wahlplakat der Grünen: "Deutschland steigt aus."

GRÜNE: "Deutschland steigt aus."
Mein Senf zur Werbung der GrünenmICHael:

In 30 Jahren.
Vielleicht.
Wenn die nächsten 7 Regierungen nicht das Gegenteil beschließen.

Wahlplakat der FDP: "Die Zeit ist reif"

FDP: "Die Zeit ist reif!"
Mein Senf zur Werbung der FDPmICHael:

Wofür? Dem Wahlprogramm der Spaßpartei entnehme ich wenig konkrete Aussagen. Sie finden gut, was alle gut finden. Und:

"Wir wollen einen Umweltschutz mit den Menschen und nicht gegen sie."

Warum dafür die Kernkraft gut und die Ökosteuer schlecht ist, will mir nicht in den Kopf. Mehr Straßen, mehr Autos, mehr Flugzeuge, mehr Mobilität. Das versteht die FDP unter "Umweltschutz mit den Menschen".

Wahlplakat der Partei Bibeltreuer Christen: "Gottes Wort"

PBC: "Gottes Wort "
Mein Senf zur Werbung der Partei Bibeltreuer Christen (PCB)mICHael:

Da meinen einige Schlaumeier wieder, Gott persönlich zu kennen. Und zu wissen, dass er gegen eine schnelle Abschaltung von Atomkraftwerken ist.
Ich glaube, hier irrt Gott, aber er ist halt auch nur ein Mensch!
Klar ist Gott auch gegen die Homo-Ehe. Gegen Moscheen muss er von Beruf was haben. Palästina gehört den Israelis und Gottes Rezept gegen die Drogensucht heißt: "Christozentrische, bibelorientierte Drogenrehabilitation".

Nun ja, ich schmunzle. Aber die BCs haben auch ganz gute Sachen im Programm: Politikerhaftung für Schäden aus Korruption zum Beispiel. Ich bin zwar kein Gott, aber ich fände das auch gut!

 

Hinweis:

Die Auswahl der Wahlplakate an sich stellt keine politische Meinungsäußerung dar. Zur SPD zum Beispiel hab ich nur nichts Passendes gefunden ...

 

 

Rückblick: Bundestagswahl 1983

Hier eine Wahltafel aus längst vergangener Zeit. Bräuchte man noch den Beweis, dass sich die Politik nicht wirklich weiterentwickelt, so kann diese Tafel als Beweisstück dienen.

Die CDU hat damals schon versucht, den Aufschwung herbeizufaseln: „Aufwärts mit Deutschland - Jetzt den Aufschwung wählen!” Die SPD war damals noch richtig rot. Sie glaubte tatsächlich, Arbeitszeitverkürzungen brächten Arbeitsplätze. Zur gleichen Zeit kämpften die Gewerkschaften für die 35-Stunden-Woche. Hier der Originaltext des Plakates. Links ein Familienvater mit Kind: „Ich schaffe mich kaputt und viele Kollegen sind arbeitslos. Das ist doch nicht in Ordnung.” Darauf erwidert rechts davon Hans-Jochen Vogel, der verständnisvoll dreinblickende Kanzlerkandidat der SPD: „Durch Kürzungen der Arbeitszeit muß Arbeit gerechter verteilt werden. Dazu gehört auch ein neues Arbeitszeitgesetz. Wenn ich Bundeskanzler bin, werden wir es unverzüglich einbringen.” Nun denn, er hat nichts eingebracht. Vogel wurde nicht Bundeskanzler. Die FDP war damals schon die Laberpartei. Mit Sprüchen wie „Freiheit braucht Mut” und „Deutschland braucht die Liberalen” hat sie sich schon damals für wichtiger gehalten als sie war. Dann haben wir da noch die NPD. Sie plädierte für „Sicherheit durch Recht und Ordnung”. Und fand es ganz und gar in Ordnung, ihr Plakat über die Plakate anderer Parteien zu kleben. Die DKP (Deutsche kommunistische Partei) wünschte sich „Arbeitsplätze statt Raketen” - Es war die Zeit des Wettrüstens. Und die Grünen gab es auch schon. Sie plädierten „Gegen eine geflickte Demokratie”. Der Industrielle Friedrich Karl Flick hatte damals schon die CDU geschmiert, die hatte das schwarze Geld in irgendwelchen geheimen Organisationen gewaschen. Na ja, man kennt das ja noch aus neuerer Zeit. Recht hatten sie ja, die Grünen. Aber was sind schon Argumente gegen die Überzeugungskraft von echtem Bargeld? Nach Flick kam Schreiber, kam Trienekens, kam Steinmüller, kamen andere, die nicht genannt werden wollen ...

Bundestagswahl 1983 - Wahlplakat